Sofia Kats: „Wichtig ist, zu wissen worauf man keinen Bock hat“

Die Moderatorin, Redakteurin und Cutterin Sofia Kats hat schon so einiges erlebt. Nach ihrem Übersetzerstudium zog sie eine Weile als Teamleiterin für Red Bull durch die Welt. Danach fand sie recht schnell ihren Platz in der Medienwelt; unterwegs waren Radio, Internet-TV und Events einige ihrer Stationen.

Nun arbeitet Sofia bei Rocketbeans-TV und ist meine absolute Lieblingsmoderatorin. Nicht nur, weil sie mit André Schürrle das wohl coolste Interview der Welt geführt hat (siehe unten), lustige Pinguin-Beiträge dreht oder regelmäßig in der #MoinMoin-Show Biologieunterricht mit ihren Zuschauern macht. Die sympathische Moderatorin begeistert einfach jeden mit Charme und Leichtigkeit.

Für das Chapter One Mag hat sie mir nun von ihrem Berufseinstieg erzählt.

1. Sofia, beschreibe doch mal, was du beruflich machst

In einem Satz? Ich bin Moderatorin, Redakteurin und Cutterin – und studiere jetzt Biologie.

Ich schneide Videos, seitdem ich 14 bin und habe irgendwann mit einem Praktikum bei Game One begonnen. Mit der Zeit haben sich Redaktion und Moderation als Richtung ergeben.

2. Und was denkst du war für den Erfolg deines Berufseinstiegs ausschlaggebend?

Ehrgeiz, denke ich. Damit meine ich aber nicht unbedingt den Ehrgeiz, etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Wichtig ist vielmehr der Ehrgeiz an sich selbst, um seinen Erwartungen und Ansprüchen gerecht zu werden. Das wichtigste ist meiner Meinung nach, immer das Beste in dem zu geben, was man gerade macht. Auf diese Weise eröffnen sich oft neue Wege – entweder in der Sparte, in der man gerade unterwegs ist, oder auch woanders. Voll bei der Sache zu sein zahlt sich immer aus, zudem natürlich Durchhaltevermögen.

3. Zu deinem (Erst-)Studium: Was war das Hilfreichste was du dabei gelernt hast?

Ich habe gelernt, mich mal komplett fokussiert und konsequent mit etwas zu beschäftigen ohne zu verzweifeln, wie zum Beispiel mit meiner Bachelor-Arbeit. Systematisches Denken ist wohl etwas, das man vor allem in geisteswissenschaftlichen Studiengängen recht gut vermittelt bekommt.

Eine andere Lektion, die ich gelernt habe, war: dein Studium ist nichts wert ist, wenn du dich nicht auch sonst irgendwie engagierst, Kontakte knüpfst und so weiter. Aber das lernt man spätestens in der Berufswelt.
Jetzt im zweiten Studium ist aber tatsächlich alles ganz anders. Das naturwissenschaftliche Studium ist überhaupt nicht mit dem geisteswissenschaftlichen zu vergleichen.

4. Wie sieht dein Alltag aus? Wie schaffst es, zu arbeiten und zu nebenbei zu studieren?

Morgens muss ich in der Regel um 8 Uhr in der Uni sein, bis etwa 13:30. Nach dem Mittagessen heißt es dann entweder mit Uni-Leuten etwas wiederholen, oder wenn ich Zeit habe: ein kurzes Nickerchen machen. Ab 15/16 Uhr bin ich dann in der Redaktion und arbeite bis 20 oder 21 Uhr – mal länger, mal kürzer. Da wir ein tolles Team und eine super Arbeitsatmosphäre haben, mache ich das sehr gerne. Ich bin total froh, dass ich durch die flexiblen Arbeitszeiten beides vereinen kann.

5. Was motiviert dich, wenn mal nichts mehr geht?

Schwierige Frage. Das Tolle ist, dass sich meine verschiedenen Aktivitäten ergänzen: Wenn ich mal keine Lust auf das Studium habe, mache ich mehr auf der Arbeit. Wenn ich von der Arbeit zu viel habe, also in kreativer Hinsicht, zieht es mich wieder in die Naturwissenschaften. Und wenn ich von beidem die Nase voll habe, mache ich Sport.

Aber prinzipiell funktioniert die Balance aus dem eher „kopfigen“ Studium, kreativer Arbeit und Sport ganz gut für mich. Dieser Mix an Herausforderungen, den mein Job mir bietet, ist mir sehr wichtig. Da ich mich bei Stillstand sehr schnell langweile, brauche ich das.

6. Wo siehst du dich in 5 Jahren?

In 5 Jahren? Wow, wo war ich denn vor 5 Jahren?!

Ich hoffe natürlich, dass ich dann auch weiterhin bei meiner jetzigen Firma bin, dass wir weiter wachsen, dass wir noch coolere Sachen machen. Ich finde es erstaunlich, wie viel Potenzial wir zu erschließen haben. Das merke ich vor allem an den Sachen, die wir derzeit nicht machen können, weil uns einfach die Zeit fehlt. Darin könnte ich mich in fünf Jahren gut sehen. So viel zur Firma.

Aber für mich hoffe ich eigentlich nur, dass ich bis dahin immer noch gesund und zufrieden bin. Das ist eigentlich schon alles, denn ganz ehrlich: wenn ich nicht gesund bin, ist mir jeder Job und jedes Studium scheißegal.

7. Wenn du deinem 20-jährigen Ich heute begegnen würdest: was würdest du dir raten?

Die kleine Sofia?! Ich fände sie todesnervig, ehrlich! Ich würde ihr sagen: Mädel, du musst auch mal lernen, wann man nicht reden sollte. Außerdem hätte ich ihr vielleicht gesagt, dass es keinen Sinn macht, sich über andere Menschen aufzuregen. Sondern dass sie sich stattdessen mehr auf sich selbst fokussieren, sich mehr Zeit für sich selbst nehmen sollte. Gar nicht mal, um nachzudenken, sondern um einfach da zu sein und die Gedanken sich selbst sortieren lassen. Das ist doch meistens viel sinnvoller, als ewig auf irgendetwas herumzudenken; das habe ich früher viel zu oft gemacht. Denn am Ende kommt es ja sowieso nicht so, wie man es geplant.

Andererseits: vielleicht hätte ich mir das auch gar nicht geglaubt, denn man muss einfach selbst erst ein paar mal auf die Schnauze fliegen, bevor man wirklich beginnt zu reflektieren. Nur durch das Hinfallen habe ich Neues gelernt und weiß heute zu schätzen, was ich alles erreicht habe. Ich bin im Nachhinein sogar ganz froh, dass mein erstes Praktikum oder ein paar Nebenjobs nicht so toll waren wie mein heutiger Job – denn nur dadurch ist mir klar geworden, was ich eigentlich will und worauf ich eben wirklich keinen Bock habe. Zu wissen, worauf mein keinen Bock hat, ist wohl eins der wichtigsten Dinge im Berufseinstieg.

 

Sofia Kats arbeitet bei Rocketbeans TV. Wenn du selbst auch auf Jobsuche bist, schau mal dir doch mal die RocketBeans Entertainment Stellenanzeigen an.

 

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