Wie wär’s mit Urlaub?

Dass Urlaub wichtig ist, darüber braucht man gar nicht diskutieren. Trotzdem kommt er manchmal etwas zu kurz, und zwar nicht nur bei den sogenannten Millennials. Ich persönlich bin ein Mensch, der sich ohnehin viel zu wenig Auszeiten nimmt. Wenn man ständig mit 180 Sachen unterwegs ist, fällt das bisschen mehr auch nicht mehr auf – Hetzen als Normalzustand. Klappt doch prima; jedenfalls eine Weile lang.

So war es auch in der Sommerzeit. In den heißen Monaten war bei mir beruflich die Hölle los, was in dieser Woche voller Events und Deadlines seinen Höhepunkt fand. Verschlimmert wurde das vor allem dadurch, dass ich nach der Kündigung meines Kollegen gerade zwei Stellen gleichzeitig bespaße). Deshalb habe ich mit meinem Arbeitgeber einen Deal gemacht: ich halte in dieser „heißen“ Phase die Stellung – und streiche danach dafür für ganze drei Wochen die Segel. Dieser Moment ist jetzt.

Und das wurde auch höchste Zeit. Denn auch wenn alles super gelaufen ist und ich meine Projekte zu einem guten Abschluss gebracht habe, musste ich mit jedem Tag deutlicher merken: ich brauche Urlaub. Was mein Körper mir gerade immer deutlicher zeigt, kann man auch in diversn Zeitschriften, Artikeln und Blogs nachlesen. Dabei sind schon mehr als 50 Stunden in der Woche nicht nur ungesund, sondern verringern auch langfristig die eigene Produktivität.

Bist du urlaubsreif urlaubsfähig?

Kurzfristig laufe ich in solchen Situationen natürlich zu Höchstleistungen auf. Aber was tagsüber bei der Arbeit passierte, wie gut ich „funktionierte“, das ist die eine Sache. Die andere ist aber die Tatsache, dass ich mit der Zeit immer unentspannter wurde, schlechter schlief, und immer öfter nachts von der Arbeit träumte. Doch nun ist die Arbeit getan – jetzt geht es auf und davon.

Aber ist das so einfach? Mein Chef sagt immer: man muss nicht nur urlaubsreif sein, sondern urlaubsfähig. Und ja, das stimmt!

Die Angst, dass man bis Urlaubsbeginn nicht fertig wird, sitzt tief und kann einen auch bis in den Urlaub hinein verfolgen. Wie soll ich das alles noch schaffen? Habe ich alles ordentlich vorbereitet? Und so weiter und so fort. Nun, am Ende habe ich natürlich doch alles geschafft, alle informiert  und mittlerweile meinen Auto-Responder eingerichtet – meine innere Uhr ist auf „Urlaub“ gedreht.

Schlechtes Gewissen im Urlaub?

Ein schlechtes Gewissen habe ich natürlich nicht. Denn ich habe Vorkehrungen getroffen, um meinen Urlaub mit Seelenfrieden beginnen zu können. Dass ich mir in den nächsten drei Wochen ganz entspannt eine Auszeit von Arbeit und Blog (inklusive Digital Detox) nehmen kann, liegt vor allem an super Kollegen, auf die ich mich verlassen kann. Nicht nur im Büro, sondern auch beim Blog. Meine tolle Partnerin Jana hält hier die Stellung und erzählt euch alles über ihr berufliches Leben als Selbstständige.

Und wo geht die Reise hin?

Ins tiefste Sibirien. Ich mache meinen Traum wahr und reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok. Hier werde ich mich vor allem mit der Natur um mich herum sowie mit mir selbst beschäftigen – statt mit Artikeln, Klicks und Arbeitsverträgen.

Für die insgesamt 10.000 Kilometer nehme ich mir drei Wochen Zeit. Ich halte unterwegs in Moskau, Nizhnij Nowgorod, Krasnojarsk, Irkutsk, Ulan-Ude und Wladiwostok, wo ich jeweils mehrere Tage verbringen werde.

Was heißt das für Chapter One Mag?

Neue Inspiration und Erfahrungen. Ich werde sicher mit dem ein oder anderen Berufsanfänger in Russland in Berührung kommen. Vielleicht kommen da ja auch Erfahrungsberichte und Interviews bei rum. Aber mal schauen, denn an erster Linie steht schließlich meine Auszeit.

In diesem Sinne: Adé!

 

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